Die Workshops


Erfurt: Foto-Workshop und Ausstellung “Stadt & Mensch”

Foto-Workshop am 6. und 7. Juni 2015 jeweils von 10-17 Uhr
Speicher Erfurt | Waagegasse 2 | 99084 Erfurt
die Teilnahme ist kostenlos | bitte Kamera und wenn möglich eigenes Laptop mitbringen
Anmeldung bis zum 29.5.2015 bei info@boell-thueringen.de oder Tel. 0361 – 555 32 57 | Fax 0361 – 555 32 53
18-28.6.2015, 15-20 Uhr, Foto-Ausstellung „Stadt & Mensch“ | 18.6.2015, 19 Uhr  Vernissage mit Film „Wem gehört die Stadt?“23.6.2015, 17.30 Uhr  Stadtgespräch „Erfurt im Wandel“

fotoworkshop erfurt 2015 postkarte10,7x15 cm psd

Erfurt im Wandel – das ist Chance und Herausforderung zugleich. Es kommt Bewegung in das soziale, bauliche und kulturelle Gefüge. Angetrieben vom Motor „Stadtgesellschaft“ – eine Gemeinschaft aller, die an ihrer Stadt teilhaben, sie gestalten, hier leben, lernen, arbeiten und sich hier zuhause fühlen.
Der Foto-Workshop „Stadt & Mensch“ lädt dazu ein, den persönlichen Blick auf Erfurt und seine Menschen fotographisch festzuhalten und sich darüber auszutauschen.
Die im Workshop entstandenen Fotos münden in einer Ausstellung, die vom 18. – 28.6.2015 im Speicher Erfurt zu sehen ist.

Sylwia Mierzynska wird den Workshop leiten. Die Grafikerin und Fotografin studierte an der Kunst-hochschule in Krakau. Heute arbeitet sie als frei-schaffende Künstlerin und Dozentin.

Sondershausen:

Karte FotoWorkshop seite 1

Foto Workshop und Ausstellung: “Stadt & Mensch” Sondershausen,Teil I
Perspektivenwechsel: Alt bekanntes neu betrachten

In Zeiten zunehmender Ungewissheiten – ob das Arbeitsmarkt, Altersabsicherung, globales Klima oder Finanzmärkte betrifft – und sozialer Ungerechtigkeiten, die sich über Nicht-Teilhabe an sozialen, kulturellen und politischen Prozessen reproduzieren und verschärfen, drängen Rufe nach und Ideen für eine sich wandelnde Gesellschaft an die Oberfläche. Diese rühren im Kern an menschlichen Grundfragen: Wie wollen wir (zusammen)leben? Und wie muss dazu unsere Lebenswelt gestaltet werden?

Der noch relativ junge Begriff „Soziale Inklusion“ ist mehr als ein sozialpolitisches Konzept, er ist eine Betrachtungsweise, die die Annahme von der Gleichwertigkeit aller Menschen konsequent zu Ende denkt und ein dementsprechendes (Um-)Handeln bzw. Umstrukturieren einfordert. Soziale Inklusion erweitert das bisher vorherrschende Verständnis von Inklusion, welches vorrangig auf den Bildungsbereich bezogenen war. Inklusion soll demnach nicht auf eine bestimmte Menschengruppe (wie Sehbehinderte) oder Institution (wie Schule) reduziert werden, sondern in alle Lebensbereiche – Arbeit, Teilhabe an Politik, Kultur und sozialem Leben – hineingetragen werden.

Das Projekt {hochinklusiv} der Heinrich-Böll-Stiftung will diesen Ansatz einer breiten Öffentlichkeit nahe bringen und Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen. Der Grundgedanke von {hochinklusiv} steckt in der knappen Formel „Zusammenhalt einer vielfältigen Gesellschaft“, die sich auf den zweiten Blick als aufschlussreich erweist. Das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft wird hier auf einer anderen Ebene ausgehandelt: Es soll nicht um die Einpassung bzw. (Ab-)Wertung non-konformer Eigenschaften Einzelner zugunsten normativer Gesellschaftsstrukturen gehen. Nicht die Menschen, sondern gesellschaftliche Strukturen und Institutionen gilt es anzupassen – und zwar an die Bedürfnisse und Besonderheiten ihrer Mitglieder. Soziale Vielfalt bzw. die Unterschiedlichkeit der Menschen werden in der Perspektive von Inklusion als Normalität definiert und anerkannt. Ob Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Alter, körperliche oder geistige „Beeinträchtigungen“ – jeder Mensch wird als gleichwertig betrachtet, der ein Recht auf soziale Teilhabe und auf die Befähigung zu dieserhat.

Hochinklusiv ist also eine Art Perspektive, die man sich aneignen kann. Diese „Inklusionsbrille“ kann unseren Blick schärfen für sozial produzierte (und oft unhinterfragt übernommene) Normalitätsvorstellungen und uns somit sensibilisieren für Strukturen, die soziale Gerechtigkeit und Teilhabechancen verhindern statt fördern. Soziale Inklusion will aber demzufolge nicht nur eine Veränderung auf der Institutions- und Strukturebene anregen, sondern fordert gleichzeitig dazu auf, eine neue Wertekultur zu schaffen, die einer demokratischen, toleranten und solidarischen Gesellschaft gerecht wird.

Dieses ideale, theoretische Konzept in konkrete Praxis umzusetzen, ist sicherlich eine Herausforderung. In Thüringen wurde sie mit viel Kreativität und Eigensinn angenommen. Die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen lud [im Mai 2012] Bürger/innen der Kyffhäuser Kreisstadt Sondershausen ein, ihre Stadt zu fotografieren. Im Mai wurde dazu der Foto-Workshop „Stadt & Mensch“ mit 14 interessierten Bewohner/innen durchgeführt. Entstanden sind ganz persönliche Blicke auf die Stadt, die so unterschiedlich wie die Teilnehmenden selbst sind. Besonderen Wert wurde auf eine bunte Zusammensetzung und direkte Einbeziehung der Sondershauser/innen gelegt. Fotografie erweist sich hier als unkonventionelle partizipative Methode, um eine (auch politische) Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensort anzuregen. Der Streifzug durch die Stadt mit dem Blick durch die Linse gab Anlass für einen intensiven Austausch zwischen den Workshopteilnehmer/innen. Man diskutierte über öffentliche Plätze, über Freiräume und Angebote für Jugendliche, über den Verfall alter Gebäude. Auch auf der Ausstellung der entstandenen Porträts, Architekturbilder und Panoramen – die übrigens von den Sondershauser/innen selbst organisiert wurde – entfachte eine heiße Debatte. Hier entfalteten die Mittel der Fotografie ihre Wirkkraft. Die Motive sind bekannt und doch scheint die auf Fotopapier gebannte Realität dem Betrachter erst jetzt bewusst zu werden. Die Fotos konfrontieren mit einer vermeintlichen „Außenperspektive“ der Stadt, die selbst nur Abbild eines subjektiven Blicks ist, aber gerade deshalb zur eigenen Stellungnahme herausfordert. Wie sehen die Bürger/innen ihre Stadt, welche Probleme gibt es? Was hat sich verändert – Wie kam das? In welcher Stadt wollen wir in Zukunft leben? Der hier erprobte künstlerische Zugang zu Formen der „inklusiven“ Teilhabe erweist sich als interessante Praxismethode sozialer Inklusion. Auf diesem Weg konnten auch Strukturen von Exklusion(smechanismen) in der Stadt sichtbar gemacht werden. Seine subjektiven Ansichten, die das Gemeinwesen betreffen, öffentlich in Form von Fotografien auszudrücken und zur Diskussion zur stellen, ist ein eigensinniger Weg für eine gemeinschaftliche, demokratische Auseinandersetzung. Doch gerade dieser Eigensinn kann so manch passiven Bürger aus der Reserve locken.

Der Fotoworkshop war nur der Auftakt einer intensiven Auseinandersetzung. Am 27. Juni gab es eine Werkstatt zum Thema “Faire und Nachhaltige Stadt”. Für Oktober ist eine Zukunftswerkstatt zu “Stadt & Mensch im
Wandel” geplant. Alle geplanten bzw. bereits stattgefundenen Angebote sind Einladungen
an Sondershäuser/innen, sich über Möglichkeiten von Mitwirkung und Mitsprache in ihrer sich wandelnden Stadt bewusst zu werden und auszutauschen.
Die hohe Identifikation der in Sondershausen lebenden Menschen mit
ihrer Stadt ist spürbar. Dieses Potenzial zu erhalten und zu stärken ist Ziel unserer Aktionen.

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Altenburg:

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Foto Workshop und Ausstellung: “Stadt & Mensch” Altenburg, Teil II

Am 31.08. und 01.09.2012 fand die 2. Foto-Werkstatt zum Thema „Stadt & Mensch“ im Paul – Gustavus – Haus in Altenburg statt.

Wie auch schon im ersten Workshop vom 11.-12.05.2012 in Sondershausen, war es Ziel der Werkstatt, sich über den Wandel in der Stadt bewusst zu werden und diesen mittels Kamera festzuhalten. Sylwia Mierzynska (Fotografin und Grafikerin aus Erfurt) und Yvonne Most (Fotografin aus Sondershausen) leiteten den Workshop mit 17 Teilnehmenden. Es fanden sich sehr gemischte Gruppen aus Rentner/innen, Schüler/innen, Studierende, sowie Berufstätige und Arbeitssuchende zusammen.
Nach einem kurzen Einstieg in Thema und Anliegen von Werkstatt und Ausstellung durch Solveig Negelen folgte eine Vorstellungsrunde in der die Werkstatt – Teilnehmer/innen über sich und ihr Verhältnis zur Stadt Altenburg aber auch ihre Beziehung zu Fotografie erzählten. Bereits an dieser Stelle wurden die unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungen der Teilnehmer/innen deutlich.

Unter den Überschriften „Altenburg ist für mich … “ und „ positiv/ negativ in Altenburg ist… “ wurden geografische, bauliche aber auch sozialräumliche Orte Altenburgs gesammelt. Es entstand eine Diskussion über die schönen und sehenswerten Plätze Altenburgs, aber auch über die weniger attraktiven Orte mit zum Teil verfallenen Gebäuden, deren Veränderung und wie es dazu kam. Hier gab es teilweise Meinungsverschiedenheiten, die einen empfanden große moderne Neubauten als Störfaktor in ihrer Stadt, andere hingegen sahen hier eine gewisse Ästhetik. In einem war man sich einig: auch subjektiv nicht „schöne“ Gebäude können ihren Reiz haben, wenn man sie aus einem bestimmten Blickwinkel, durch die Linse oder in ihrer Geschichtlichkeit betrachtet.

Nach dieser Ideensammlung mit angeregter Diskussion gab es eine kurze theoretische Einführung zur Architektur-, Portraits- und Panorama-Fotografie anhand einer Powerpoint-Präsentation. Daran schloss sich der praktische Teil in Form des gemeinsamen Rundgangs durch die Stadt anhand eines zuvor erstellten Wegeplanes an. Hier kam es immer wieder zu besonderen Begegnungen. In einer wenig belebten Straße der Innenstadt, am Platz einer verfallenen, leer stehenden Jugendstil-Villa berichtete eine „ Ur- Altenburgerin“, dass dies einmal die „beliebteste Kneipe“ und der Haupttreffpunkt für die jungen Leute der Stadt war. Angesichts eingeschlagener Fenster und maroder Mauern war das schwer zu glauben.
Gerade solche Anekdoten verhalfen Außenstehenden, die Stadt besser zu begreifen und machten den Einheimischen die Entwicklung ihrer Heimat noch einmal bewusst.

Nach Rückkehr ins Paul – Gustavus – Haus stand ein erste Vorauswahl und Diskussion der Motive für die Ausstellung an. Auch hier wurde wieder intensiv über das Für und Wider von Orten in der Stadt nachgedacht. Zum Ende des Tages erhielten die Teilnehmenden eine Führung durch den Veranstaltungsort selbst. Das ehemalige Fabrikgebäude wird im Rahmen des Wächterhauskonzeptes verpachtet und ist ein eingetragener Verein. Viele engagierte, größtenteils junge Altenburger/innen haben dazu beigetragen, dass aus dem maroden Haus ein sehr angenehmer Aufenthaltsort mit Café, einer Bibliothek speziell von Arbeitssuchenden für Arbeitssuchende, Sommertheater, Lesungen, Filmabende usw. wurde.

Der 2. Tag des Workshops war von den Vorbereitungen zur Ausstellung geprägt. Die Teilnehmenden erarbeiteten mit den Werkstatt-Leiterinnen das Ausstellungskonzept. Es wurden künstlerische, inhaltliche und technische Aufgaben verteilt. Wie auch im ersten Workshop wurden eigene Titel und Themen unter denen die Fotos präsentiert werden sollten kreiert.

Am ….wurde die Ausstellung feierlich, mit einer Einführungsrede durch einen der Teilnehmenden eröffnet. Nicht nur dem guten Wetter war es verschuldet, dass die Ausstellung auf ein sehr großes Interesse stieß. Sehr viele Altenburger/innen, aber auch interessierte Touristen besuchten die Ausstellung oder blieben interessiert an den Schaufenstern des Hauses stehen, in denen die Fotos präsentiert wurden. Die Besucher/innen kamen mit den Teilnehmer/innen ins Gespräch, stellten Fragen zur Idee des Projekts, wollten erfahren warum Altenburg für die Ausstellung gewählt wurde und wie sich die Stadt zum Thema Beteiligung und Stadtentwicklung verhalte.

Auch seitens der Presse (LVZ) gab es Interesse am Projekt. Nach der Presse-Ankündigung gab es eine Anfrage, die Foto-Ausstellung im Rahmen der Messe „50 PLUS“ am 22.9.2012 in Altenburg zu zeigen. Die Presse, Mitglieder des Paul-Gustavus-Hauses und der Kurator übernahmen dankenswerterweise die Bewerbung, den Aufbau und die Einführung in die Ausstellung.

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Rudolstadt:

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Foto Workshop und Ausstellung: “Stadt & Mensch” Rudolstadt, Teil III

Ein spürbarer Wandel in vielen Lebensbereichen Thüringer Städte fördert unbestelltes Neuland zutage. Neue Wege warten darauf, beschritten zu werden – so auch in Rudolstadt. Eine gute Stadtentwicklung setzt die Beteiligung der BürgerInnen voraus. Denn sie sind es, die mit den Veränderungen leben wollen und müssen. Und zwar in Rudolstadt.
Die Heinrich-Böll-Stiftung lädt interessierte RudolstädterInnen ein, ihren persönlichen Blick auf die Stadt öffentlich zu machen. Es werden Portraits, Architektur-Abbildungen und 360° Panoramen entstehen, die von den Teilnehmenden in einer Ausstellung zusammengeführt werden.
Alle, die Lust am Fotografieren und am kreativen Ideenaustausch über ihre Stadt haben sind herzlich eingeladen. Yvonne Most (Fotografin aus Sondershausen) und Sylwia Mierzynska (Grafikerin, Fotografin aus Erfurt) werden den Workshop anleiten.
Ausgewählte Motive der Ausstellung werden zum Thüringentag in Sondershausen präsentiert und anschließend Teil einer Postkartenserie „Städte & Menschen“.

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